08.02.2010, 23:21

Finnische Merkwürdigkeiten

Terve aus Finnland! Heute mit ein paar finnischen Besonderheiten. Denn obwohl Finnland in Europa liegt und nicht so weit von Deutschland entfernt ist, sind hier einige Sachen anders und gewöhnungsbedürftig. Hier meine ersten Entdeckungen.

Feierei
Ich denke, dass ich mich diesem Thema noch mal gesondert widmen muss. Denn die Feierei hier in Finnland ist doch sehr anders als in Deutschland. Der Punkt, der wohl am meisten Umgewöhnung bedarf, ist das “Wann”. Hier geht alles wesentlich früher los. Gegen 20.00 Uhr wird sich privat vorgetroffen, um möglichst günstig das eine oder andere Bier zu trinken. Soll es dann noch weiter in einen Club gehen, dann heißt es spätestens um 23.00 Uhr “Los geht es!”. Denn hier in Finnland schließen die Clubs und Bars um 4.00 Uhr. Das ist nicht irgendein grober Richtwert, sondern eine exakte Angabe, die auch genau eingehalten wird. Um 3.30 Uhr heißt es Musik aus – Licht an. Es folgt der erste Hinweis des Sicherheitspersonals, dass gleich Schluß ist. Um 3.45 Uhr wird dieser Hinweis noch mal deutlicher wiederholt, so dass um 4.00 Uhr dann wirklich jeder vor der Tür steht und es ab nach Hause geht. Eine Uhrzeit bei der manch deutscher Partygänger erst richtig wach wird.

Gehwegheizung
Wenn hier die Hauseingänge oder größeren Einkaufsstraßen frei von Schnee und Eis sind, dann hat das nichts damit zu tun, dass irgendwer besonders gründlich schneegeschippt hat. Nein, hier gibt es Gehwegheizungen. So oft, wie man hier am rumschlittern und kurz vor dem Hinfallen ist, macht das aber auch einen gewissen Sinn.

Andere Zeitzone
Nicht unbedingt merkwürdig aber gut zu wissen: In Finnland ticken die Uhren anders als in Deutschland. Hier ist es eine Stunde später. Wenn in Deutschland also um 20.00 Uhr die Tagesschau beginnt ist es hier 21.00 Uhr und die Sauna macht zu. Dank dieser Zeitverschiebung ist mir die eine oder andere Skypesitzung schon in die Hose gegangen.

Handyland
Die Finnen haben das Ding erfunden und benutzen es auch, wo es nur geht. Das Handy! Ich hatte ja schon erzählt, dass Mobiltelefonieren hier fast nichts kostet. In der teuersten Version 7 Cent pro Minute. Auch eine SMS kostet nich mehr. Und so ist das Mobiltelefon hier noch omnipräsenter als in Deutschland.
Soweit ich das feststellen konnte, benutzen die angestellten unserer Uni gar kein Festnetztelefon. Es wird alles über das Handy geregelt.
Allgemein geht der Trend hier wohl zum 2. Handy oder zumindest zur 2. SIM-Karte. Ich habe schon öfters gesehen, wie Leute an 2 Handys gleichzeitig rumhantieren oder am SIM-Karten wechseln sind.
Telefonieren und SMSen ist aber nicht das Einzige, was die Finnen mit dem Handy machen. Sie bezahlen auch damit. Wenn ich meine Wäsche waschen will rufe ich eine Nummer an, 1,30 werden von meiner Prepaid-Karte gebucht, die Schalter an der Waschmaschine leuchten auf und es kann los gehen. Genauso läuft es bei den Getränkeautomaten. Nummer anrufen, Getränk auswählen und schon wurde mit den Handy bezahlt. Sau praktisch, da man so nicht immer auf Kleingeld angewiesen ist.

Bargeldlos zahlen
Das Bezahlen mit dem Handy zeigt bereits: Bargeld ist hier nicht wirklich beliebt. Und dieser Eindruck verstärkt sich, wenn man beobachtet, wie die Finnen in Geschäften, Cafés und Bars zahlen. Nämlich nur mit Plastik, sprich Kreditkarte. Der Schokoriegel am Kiosk oder das Bier im Club – jeder noch so kleine Betrag wird hier bargeldlos bezahlt. Hinzukommt, dass 1 und 2-Cent Münzen gar nicht erst zu finden sind. Beträge werden entweder auf- oder abgerundet.

Geschrieben am 08.02.2010 von Marten. 2 Kommentare
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2 Kommentare »


  1. alice

    das kommt mir alles sehr, sehr bekannt vor. in schweden verhält es sich genauso. jacky wollte neulich 3 kronen (30 cent!) mit kreditkarte zahlen. ein busticket ordert man auch per sms. und die handytarife sind extrem günstig im gegensatz zu deutschland! die meisten clubs schließen hier übrigens schon um 2 oder um 3. leider ist es nicht selten, dass man unfassbar betrunkene mädchen sieht, die gerade gekotzt haben oder gestützt werden müssen! da hilft die alkoholgibtsnurimsystembolagetstrategie auch nicht viel…


  2. Nadja

    Kommt mir ueberwiegend auch alles recht bekannt vor aus den amerikanischen Verhaeltnissen. Allerdings ist hier (Rekord!) um 1.30 Uhr Sense mit dem Alkohol und um spaetestens zwei heisst es dann: raus aus dem Club!
    Und das Bezahlen mit Plastik haben die Amis wahrscheinlich erfunden, von daher… ;)

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